Vom Wrack der Angelika bis zu den Canyons von Capo Testa und Lavezzi bietet Gallura einzigartige Tauchgänge: eine Reise zwischen Geschichte und Natur, um Sardinien aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Während eines Aufenthalts im Park Hotel Cala di Lepre setzen sich die Wunder Galluras auch unter der Wasseroberfläche fort. Von den Gewässern des Meeresschutzgebiets Capo Testa und Punta Falcone bis zu den Bocche di Bonifacio und zur Insel Lavezzi bewahrt die Küste eine Unterwasserwelt aus Granitformationen, Canyons, üppigen Gorgonien und eindrucksvollen Wracks. Es ist eine faszinierende Dimension, die jeden begeistert: erfahrene Taucher auf der Suche nach anspruchsvollen Tauchplätzen, bereits brevetierte Taucher, die neue Meeresgründe erkunden möchten, ebenso wie alle, die noch nie getaucht sind und einfach das Erlebnis des ersten Atemzugs unter Wasser ausprobieren wollen.
Für einen Taucher bedeutet die Annäherung an ein Wrack, in eine Landschaft einzutauchen, in der Geschichte und Natur miteinander verschmelzen. Im Laufe der Jahre werden Rümpfe, Schiffsschrauben und Metallstrukturen zu einem festen Bestandteil der Unterwasserlandschaft und bieten einer reichen Meeresfauna Schutz. Einer der bekanntesten Tauchplätze der Gegend ist die Angelika, die in der Nähe der Insel Marmorata bei Santa Teresa Gallura liegt. Wie Gian Maria Fraghì und seine Frau Valeria Muntoni, Leiter des Zentrums Diving Mediterraneo — 1998 von Tommaso Muntoni gemeinsam mit dem Apnoe-Rekordhalter Umberto Pelizzari gegründet —, berichten, gehört dieser Tauchgang zu den gefragtesten.
Der Grund dafür liegt in seiner Zugänglichkeit: Das Wrack befindet sich in einer maximalen Tiefe von 19 Metern, und der Tauchgang dauert etwa 45 bis 50 Minuten. Es handelte sich um ein in Japan gebautes Frachtschiff unter türkischer Flagge, das 1982 infolge eines Ruderschadens auf die Untiefe der Marmorata auflief und wenige Tage später während eines Sturms sank. Heute lassen sich zwischen seinen geborstenen Strukturen noch deutlich Teile des Decks, der Heckbereich, der Motor und die große Schiffsschraube erkennen, während die Öffnungen des Wracks faszinierende Lichtspiele zwischen den Wellen erzeugen.
Die Bocche di Bonifacio verbergen jedoch auch Routen für Taucher mit fortgeschrittener Ausbildung. Direkt gegenüber von Valle dell’Erica liegt auf einem etwa 50 Meter tiefen Meeresgrund ein alter Kohlefrachter aus Eisen und Holz aus dem Jahr 1888. Obwohl die Holzteile inzwischen verloren gegangen sind, sind die Metallstruktur des Rumpfs, die Kessel und die Schiffsschraube gut erhalten und vollständig von Gorgonien und Korallen besiedelt, was das Wrack zu einem begehrten Ziel für Taucher macht, die für Tiefen von mehr als 40 Metern zugelassen sind.
Wer hingegen lieber in besser zugänglichen Tiefen bleiben möchte, aber bereits über ein Brevet der ersten oder zweiten Stufe verfügt, findet zahlreiche Tauchplätze im Meeresschutzgebiet Capo Testa und Punta Falcone, einschließlich des Naturschutzgebiets Lavezzi auf Korsika.
Und was ist mit denjenigen, die noch nie Maske und Tauchflasche getragen haben? Ein Urlaub in Gallura kann zur perfekten Gelegenheit werden, damit zu beginnen. Mit dem Discover Scuba Diving, auch Schnuppertauchen genannt, kann jeder ab 10 Jahren unter direkter Aufsicht eines Tauchlehrers das Gefühl erleben, unter Wasser zu atmen. Die Erfahrung findet in einem geschützten Gewässer statt, das die Stabilität eines Pools bietet — etwa am Strand Rena Bianca oder auf der Halbinsel Municca —, um in völliger Sicherheit bis zu einer maximalen Tiefe von 12 Metern abzutauchen. Ein erster kleiner großer Schritt, um das Meer Sardiniens mit ganz neuen Augen zu betrachten.