Von Stränden inmitten der mediterranen Macchia bis zu Orten, die mit Giuseppe Garibaldi verbunden sind: eine Route zwischen Natur, Geschichte und Meer, um die Insel aus nächster Nähe zu entdecken.
Während eines Urlaubs im Park Hotel Cala di Lepre lohnt es sich, einen Tag Caprera zu widmen. Von Palau aus erreicht man La Maddalena mit der Fähre in etwa fünfzehn Minuten. Auf der Insel angekommen, überquert man den panoramischen Brückendamm, den sogenannten Passo della Moneta, der La Maddalena mit Caprera verbindet, und findet sich mitten in der Natur wieder.
Caprera ist die zweitgrößte Insel des Nationalparks des La-Maddalena-Archipels und vereint auf rund 15 Quadratkilometern zwei Seelen, die tief mit der Identität der Insel verbunden sind: die natürliche, geprägt von Granit, mediterraner Macchia und kleinen Buchten, und die historische, die mit der Figur Giuseppe Garibaldis verbunden ist, der hier die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.
Die Straßen führen durch Pinienwälder und mediterrane Macchia, während sich die Wege zwischen Wacholder, Mastixsträuchern, Heidekraut und vom Wind geformtem Granit öffnen. Vom Süden aus erreicht man Punta Rossa und die Schönheit der Cala Andreani, die meist weniger besucht ist als der nahegelegene Spiaggia del Relitto, aber nicht weniger eindrucksvoll. Der Spiaggia dei Due Mari verdankt seinen Namen hingegen seiner besonderen Lage auf einer schmalen Landzunge, die von den Farbnuancen des Wassers des Archipels umgeben ist.
Weiter in Richtung Norden gelangt man zur Cala Brigantina, die aus zwei kleinen Buchten am Fuße des Monte Teialone besteht, einer 212 Meter hohen Erhebung, die die Insel überragt. Cala Coticcio, auch als „kleines Tahiti“ bekannt, ist dank ihres kristallklaren Wassers und der rosafarbenen Granitfelsen zu einem der Wahrzeichen des Archipels geworden. Um diese besonders empfindlichen Lebensräume zu schützen, ist der Zugang auf dem Landweg zur Cala Coticcio und zur Cala Brigantina reglementiert und nur in Begleitung autorisierter Umwelt- und Wanderführer möglich. Vor der Tagesplanung ist es daher wichtig, die aktuellen Bestimmungen zu prüfen.
Doch Caprera besteht nicht nur aus Stränden und kleinen Buchten. Als Paradies für Segler ist die Insel auch ein idealer Ort für alle, die sich diesem Sport nähern möchten. Das Centro Velico Caprera hat im Laufe der Jahre mehr als einhunderttausend Begeisterte aufgenommen und ist zu einem Bezugspunkt für alle geworden, die das Meer durch das Segeln kennenlernen möchten.
Auch die Natur war einer der Gründe, die Giuseppe Garibaldi dazu bewegten, Caprera als Wohnort zu wählen. Er kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf die Insel und machte sie zu seinem Rückzugsort. Hier errichtete er sein Haus und widmete sich neben dem politischen und militärischen Leben auch der Landwirtschaft und der Pflege seines Anwesens.
Gerade diese privatere und alltägliche Seite des Helden zweier Welten, fernab der Darstellungen in Geschichtsbüchern, zeigt sich bei einem Besuch des Compendio Garibaldino. Die berühmte Casa Bianca bewahrt noch heute Räume, Möbel und Gegenstände, die mit seinem Leben verbunden sind. Im Garten befindet sich auch die große Pinie, die anlässlich der Geburt seiner Tochter Clelia gepflanzt wurde, und unweit des Hauses liegt das Granitgrab, in dem Garibaldi ruht.
Etwa vier Kilometer von der Casa Bianca entfernt, in den Räumen des ehemaligen Forte Arbuticci, ergänzt das Memoriale Giuseppe Garibaldi den Besuch mit einem historischen und multimedialen Rundgang, der dem Leben und den Taten des Generals gewidmet ist. Die Lage in einem der höher gelegenen Bereiche Capreras bietet zudem weite Ausblicke auf den Archipel.
Vor Abschluss der Tour lohnt sich auch ein Besuch des Centro Ricerca Delfini, das im Jahr 2000 für die Beobachtung, das Studium und die Erforschung von Walen und Delfinen gegründet wurde. Die Gewässer des Archipels gehören nämlich zum Meeresschutzgebiet für Meeressäuger „Pelagos“, einem besonders wichtigen Gebiet für das Vorkommen von Delfinen und anderen Walen, die man mit etwas Glück auch während eines Ausflugs zwischen den Inseln an Bord unserer Boote beobachten kann.
Der Zugang zu Naturgebieten sowie Öffnungszeiten und Besuchsmodalitäten der Museen können variieren. Vor der Abfahrt empfehlen wir, die aktuellen Informationen des Nationalparks des La-Maddalena-Archipels und des Museumssystems von Caprera zu prüfen.